Arbeitsverhältnisse

Arbeitsvertrag
Das Arbeitgesetzbuch regelt unter anderem dass das Arbeitsverhältnis grundsätzlich in einem schriftlichen Vertrag in rumänischer Sprache abgefasst sein muss. Der Vertrag muss die folgenden Punkte beinhalten:

– Angaben über arbeitgeber und Arbeitnehmer
– Tätigkeit
– Arbeitsort
– Datum des In-Kraft-Tretens
– Urlaubstage
– Arbeitsbedingungen und spezielle Risiken des Arbeitsplatzes
– Arbeitszeit in Stunden
– Tag der Gehaltsauszahlung
– Verpflichtungen und Rechte
– Arbeitsschutzmaßnahmen

Der Arbeitsvertrag wird in drei Exemplaren verfasst, ein Exemplar für den Arbeitgeber, eine für den Arbeitnehmer und der dritte für den lokalen Arbeitsamt.
Mitarbeiter können nur nach einer Ärtzlichen Untersuchung und Bescheinigung angestellt werden.

Mindestlohn
Der brutto Grundgehalt wird jährlich durch Regierungsbeschluss festgelegt. Zum 1. Juli 2015 wurde der gesetzliche Mindestlohn auf 1050 RON Brutto (ca. 233Euro) festgesetzt. Der Arbeitgeber darf nicht weniger als den gesetzlichen Mindestlohn mit den Arbeitnehmer verhandeln. Es existieren auch kollektiv vertragliche Regelungen von Mindestlöhnen.

Probezeit und Befristung
Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses kann eine Probezeit von max. 90 Tagen vereinbart werden.
Der individuelle Arbeitsvertrag darf auch für eine bestimmte Dauer abgeschlossen werden wenn sie durch einen gesetzlichen Grund gerechtfertigt ist (z.B. Saison, Ersatz für eine ausgefallene Arbeitskraft, vorübergehender Arbeitsbedarf). Befristete Arbeitsvertäge können auf maximal 24 Monaten vereibart werden.

Arbeitszeit
Die normale Arbeitszeit für die Vollzeitbeschäftigten beträgt acht Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche.  Im Falle von Jugendlichen unter achtzehn Jahren beträgt die maximale  Arbeitszeit sechs Stunden pro Tag und 30 Stunden pro Woche. Pro Arbeitstag ist eine Pause gemäß anzuwendendem Kollektivvertrag oder nach internen Richtlinien zu gewähren.
Die höchst zulässige Wochenarbeitszeit beträgt inklusive Überstunden 48 Stunden. Arbeitnehmer können einer längeren Arbeitszeit unter der Bedingung zustimmen, dass der Durchschnitt der gearbeiteten Stunden während eines Zeitraumes von 3 Monaten 48 Stunden pro Woche nicht überschreitet.
In bestimmten Branchen wie Bauindustrie, Forstindustrie, Landwirtschaft usw., können aufgrund von speziellen Gesetzesbestimmungen abweichende Arbeitszeiten vereinbart werden.

Zuschläge
Bei Leistung von Überstunden wird ein Zuschlag in Höhe von minimal 75% des Grundlohnes, innerhalb von 30 Tagen gezahlt. Werden die Überstunden nicht innerhalb von 30 Tagen ausgeglichen, wird im Folgemonat eine entsprechende zusätzliche Zahlung gemacht.
Alternativ können Überstunden auch mit Freizeit abgegolten werden.

Jahresurlaub
Der  Jahresurlaub beträgt mindesten 21 Werktage pro Kalenderjahr und entsteht entsprechend der zurückgelegten Dienstzeit.
Ein erhöhter Urlaubsanspruch besteht für besondere Personengruppen (z.B. Behinderte, Arbeitnehmer, die unter schweren, toxischen etc. Bedingungen arbeiten) oder ist durch Kollektivvertrag festgesetzt.

Kündigung
Der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer nur bei Vorliegen bestimmter gesetzlicher Kündigungsgründe kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt 21 Arbeitstage.
Entlassung aus subjektiven Gründen durch den Arbeitgeber ist begründet in folgenden Fällen:

1. schweren oder wiederholten Disziplinarvergehen
2. Verhängung einer 30 Tage überschreitenden Untersuchungshaft
3. Wenn nach ärtzliche untersuchung eine körperliche oder geistige unfähigkeit festgestellt wird
4. wenn der Mitarbeiter professionell nicht qualifiziert auf sein Arbeitsplatz ist.

Disziplinverfahren
Bei Disziplinarmaßnahmen gegenüber dem Arbeitnehmer wird eine sogenannte Disziplinaruntersuchung durch eine Disziplinarkommission durchgeführt. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber vor der Verhängung der Maßnahme den Arbeitnehmer schriftlich zu einer Untersuchung zu laden hat.

Zuletzt aktualisiert am 08.01.2016