Kollektive Gehaltsverhandlungen für alle Unternehmen – per Gesetz angeordnet

In Folge der Verlagerung der Sozialabgaben des Arbeitgebers auf den Arbeitnehmer, werden die Nettogehälter ab Januar 2018 sinken. Die rumänische Regierung versucht dieses zu vermeiden indem die Unternehmen per Eilverordnung quasi verpflichtet werden mit den Mitarbietern die Löhne/Gehälter neu zu verhandeln. Die wichtigsten Bestimmungen der o.g. Eilverordnung lauten: Art. VII (1) Alle Unternehmen in denen kein Kollektivvertrag oder keine kollektive Vereinbarung existiert, sind dazu verpflichtet die Kollektivverhandlungen zu beginnen, um die Bestimmungen der Eilverordnung Nr. 70/2017 bzgl. der Änderung des Steuergesetzes umzusetzen. Art. VII (2) Für die Umsetzung der Bestimmungen der Eilverordnung Nr. 70/2017 bzgl. der Änderung des Steuergesetzes ist die kollektive Verhandlung der Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Kollektivverträgen und Kollektivvereinbarungen Pflicht. Art. VII (3) (a) In den Unternehmen in denen keine Gewerkschaft existiert welche Mitglied in einem branchenspezifischen Gewerkschaftsverbund ist, können bei der Verhandlung der Kollektivverträge/Kollektivvereinbarungen oder Zusatzvereinbarungen, je nachdem, Vertreter des Gewerkschaftsbundes teilnehmen, anhand des von der Gewerkschaft ausgestellten Mandates. Art. VII (4) In den Unternehmen in denen keine Gewerkschaft existiert, können bei der Verhandlung der Kollektivverträge/Kollektivvereinbarungen oder Zusatzvereinbarungen, je nachdem, Vertreter der Arbeitnehmer zusammen mit einem Vertreter eines repräsentativen Gewerkschaftsbundes teilnehmen. Art. VII (5) Die Bestimmungen Art. VII (1)-(4) sind im Zeitraum 20 November – 20 Dezember 2017 gültig Fazit: Abgesehen von der Willkürlichkeit dieser Eilverordnung und des sehr kurzen Zeitraumes für die Umsetzung, herrscht zurzeit eine große Verunsicherung bei allen Betroffenen, inklusive bei den Behörden welche die Umsetzung dieser Verordnung überprüfen werden müssen. Sobald weitere Informationen und Lösungen zu diesem Thema veröffentlicht werden , werden wir diese ebenfalls auf unserer Webseite präsentieren. Quelle: Eilverordnung O.U.G nr.82/2017 (Veröffentlichung im Amtsblatt am...

Einkommensteuer Rumänien ab Januar 2018

Änderung der rumänischen Einkommensteuer Die Einkommensteuer beträgt ab dem 01.01.2018 nur noch 10% anstatt 16%. Dieses betrifft folgende Einkunftsarten: Einkünfte aus selbständiger Arbeit Gehälter und ähnliche Einkünfte Einkünfte aus Kapitalinvestitionen (ausgenommen Dividenden, die weiterhin mit 5% besteuert werden) Mieteinkünfte Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Fischereien Prämien Pensionen Bei der Berechnung der Einkommensteuer für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Lohnsteuer) wird das zu versteuernde Einkommen wie folgt berechnet: Zu versteuerndes Einkommen = Bruttoeinkommen abzüglich Sozialabgaben abzüglich Freibeträge. Freibeträge sind im Falle einer Hauptbeschäftigung möglich, falls das Bruttogehalt unter 3.600 Lei/Monat liegt und werden abhängig von der Anzahl der Personen (Eheleute, Kinder, Verwandte bis II Grad) die im Haushalt leben und ein Monatseinkommen von unter 510 Lei haben berechnet. Diese betragen laut Eilverordnung 510 Lei bis 1.310 Lei pro Monat. Für Einkünfte aus Nebenbeschäftigungen sind keine Freibeträge möglich.   Quelle: Eilverordnung O.U.G nr.79/2017 (Veröffentlichung im Amtsblatt am 10.11.2017)...

Sozialabgaben Rumänien ab Januar 2018

Änderung der Sozialabgaben ab Januar 2018: Die Änderungen sehen folgende Maßnahmen vor: Die Reduzierung der Sozialabgaben auf drei Arten Die Abgaben der Arbeitgeber werden stark reduziert Die Abgaben werden überwiegend auf den Arbeitnehmer verlagert und für diesen erhöht Ab 01.01.2018 gibt es folgende Abgaben: Arbeitgeber: Arbeitsversicherung: 2,25% des Brutto-Gehalts Ausnahmen: für besondere Arbeitsbedingungen: 4%, für schwere Arbeitsbedingungen 8%. Arbeitnehmer: Rentenversicherung: 25% des Brutto-Gehalts Krankenversicherung: 10% des Brutto-Gehalts    Fazit: durch die Übertragung der Sozialabgabenpflicht auf die AN und dadurch dass die Sozialabgaben der AN von zurzeit 16% auf 35% erhöht werden, sinkt dementsprechend deren Netto-Einkommen. Durch die Reduzierung der Lohnsteuer von 16% auf 10% (siehe auch Punkt C: Änderung der Einkommensteuer) wird dieses teilweise kompensiert. Um den Mitarbeitern einen gleich bleibenden Netto-Lohn zu ermöglichen, wäre eine Erhöhung des Bruttolohns notwendig. Grundsätzlich bedeutet eine Erhöhung des Bruttogehalts keine erheblichen zusätzlichen Kosten für die AG, da andererseits die Abgaben der AG reduziert wurden. Für staatliche Bedienstete wurde eine entsprechende Bruttolohn-Erhöhung gesetzlich festgelegt. In Branchen in denen die Mitarbeiter von der Lohnsteuer befreit sind (IT, Forschung, Entwicklung, Saisonarbeiten, Behinderten-Beschäftigung), müssen die AG mit einer größeren Erhöhung des Bruttolohns und somit mit zusätzlichen Gesamtkosten von ca. 7% rechnen. Laut Regierung werden in diesem Fall Maßnahmen ergriffen um dieses auszugleichen, bis Dato ist aber nichts Konkretes veröffentlicht. Wenn ein gleichbleibender Netto-Lohn der MA gewünscht ist, empfehlen wir den AG eine gesonderte Berechnung für jeden einzelnen MA durchzuführen, da auch die persönliche Situation der MA sich auf die Freibeträge auswirken und eine Rolle bei der Kalkulation spielen, siehe auch Punkt C: Änderung der Einkommensteuer.    Mögliche negative Folgen / Rechtssicherheit: Für den Fall dass ein...

Steuern Rumänien ab 01.01.2018: 1% Steuer für einen Jahresumsatz von bis zu 1 Millioen Euro

Alle Unternehmen welche einen Jahresumsatz von unter 1.000.000,- EUR erzielen, werden ab dem 01.01.2018 als „Mikrounternehmen“ eingestuft. Als Basis für die Umsatzberechnung wird der Umsatz des Vorjahres angewendet. Mikrounternehmen zahlen keine Gewinnsteuer (Äquivalent der deutschen Körperschaftssteuer) sondern eine Steuer von 1% des Umsatzes wenn mindestens ein Mitarbeiter beschäftigt ist bzw. 3% des Umsatzes, wenn keine Mitarbeiter vorkommen. Die Bedingung dass maximal 20% des Umsatzes aus Beratertätigkeiten generiert werden dürfen um als Mikrounternehmen eingestuft werden zu können, wurde gestrichen. Gleichzeitig profitieren von dieser Einstufung auch weitere Unternehmenstätigkeiten, die vorher ausgeschlossen waren: Versicherer, Kapitalmarkt, Banken, Gewinnspiele. Die Option dass im Falle eines Stammkapital von mindestens 45.000,-RON die Zahlung der Körperschaftsteuer (16% vom Gewinn) ausgewählt werden kann, wurde abgeschafft.   Fazit: für viele Unternehmen deren Jahresumsatz unter 1.000.000 EUR liegt bedeutet dieses eine interessante Steuersenkung. Für Unternehmen welche eine kleine Gewinnspanne haben, könnte diese Art von Besteuerung Nachteile mit sich bringen, die 16% Gewinnsteuer wäre in solchen Fällen vorteilhafter gewesen. Quelle: Eilverordnung O.U.G nr.79/2017 (Veröffentlichung im Amtsblatt am...

Einführung des MwSt. Splittings in Rumänien

Mit der Regierungsverordnung OG 23/2017 wird die Einführung des MwSt. Splitting Verfahrens in Rumänien festgelegt. Dieses neue System ist optional ab dem 01.10.2017 und Pflicht für alle Mwst.-Zahler ab dem 01.01.2018. Es handelt sich dabei um aus unserer Sicht sehr kompliziertes und bürokratisches System. Alle in Rumänien MwSt.- pflichtige Unternehmen müssen hierfür ein separates Konto eröffnen. Die Kunden dieser Unternehmen müssen bei der Überweisung der Rechnungen die MwSt. auf dieses Konto überweisen. Unternehmen welche Bareinnahmen haben, müssen die anteilige Mehrwertsteuer auf dieses Konto einzahlen. Aus diesem Konto wird die MwSt. an das Finanzamt und an die eigenen Kunden überwiesen. Die Unternehmen können über die Beträge die auf diesem Konto sich befinden nicht frei verfügen, sondern nur mit Genehmigung des Finanzamtes. Die Unternehmen welche die Einführung des MwSt.-Splittings zum 01.10.2017 wünschen, bekommen eine Steuerermäßigung von 5% für das vierte Quartal 2017. Das rumänische Finanzamt ist zurzeit damit beschäftigt die Anwendungsnormen für die Einführung dieses neuen Systems auszuarbeiten. Anhand der uns bisher bekannten Informationen gehen wir davon aus dass die Implementierung dieses Systems in einer so kurzen Zeit erhebliche Schwierigkeiten für die rumänischen Unternehmen verursachen wird. Auf die Unternehmen werden voraussichtlich erhebliche zusätzliche Kosten hinzu kommen mit der Einführung des neuen Systems, mit den fortlaufenden Überprüfungen der Mehrwertsteuer-Einnahmen und Ausgaben, mit der Verdoppelung des Aufwandes für die Überweisung der Rechnungen sowie mit der Beantragung von Erstattungen vom o.g. speziellen MwSt.-Konto. Weiterführende Informationen werden laut dem rumänischen Finanzamt demnächst veröffentlicht. Quelle: OG 23/2017 Update 20.11.2017 Die Umsetzung des MwSt.-Splittings wurde laut Angaben mehrerer Regierungsmitglieder vorerst...

Lohnsteuerbefreiung für IT Fachkräfte in Rumänien

Ein neues Gesetz tritt ab Juli 2017  in Kraft. Demnach profitieren weniger Programmierer von Einkommenssteuererleichterungen. Steuerbegünstigt sind nur noch diejenigen, deren Arbeitgeber ein Jahreseinkommen von mindestens 10.000 Euro für jeden Mitarbeiter im letzten Geschäftsjahr erzielt hat. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber bei dem der Programmierer angestellt ist, in seinem Tätigkeitsfeld das Erstellen von Computerprogrammen eingetragen hat, das heißt einer von folgende Arbeitskennziffer: 5821, 5829, 6201, 6202 și 6209 Programmierer müssen nicht in IT lizenziert sein. Die neue Gesetzesregelung verlangt kein spezielles Fachdiplom oder Studienabschluss einer technischen Fakultät. Die Progrmmierer müssen folgende Bedingungen erfüllen: Der Arbeitsplatz den sie einnehmen entspricht folgender Liste: Datenbank-Administrator Analytiker Computersystem- Ingenieur Softwaresysteme Ingenieur; IT-Projektmanager Programmierer Design von Informatiksystemen Programmierer Informatiksystemen Der Arbeitsplatz ist Teil einer IT Abteilung, hervorgehoben in dem Organisationsplan des Arbeitgebers. Diese können wie folgt genannt werden: Abteilung, Büro, Betrieb u.s.w. Sind im Besitz eines Diploms nach Abschluss einer Lizenzarbeit oder Masterabschluss Der Arbeitgeber hat im Vorjahr Einnahemn aus der Erstellung von Computerprogrammen erzielt und diese in den Monatsabschlüssen separat erfasst. Welche Unterlagen sind nötig für die Steuerbegünstigung? Gründungsurkunde, sofern es sich um eine juristische Person handelt Organisationsplan/Organigramm des Arbeitgebers Arbeitsplatzbeschreibung Kopie des Hochschulabschlusses mit der Bemerkung “ laut Original“ Kopie des Arbeitsvertrages mit der Bemerkung “ laut Original“ Gehaltsabrechnung,  separat erstellt Bestellungen, genehmigt durch das berechtigte Führungsgremium des Arbeitgebers, welches die Erstellung von Computerprogrammen genehmigt Monatsabschluss in dem das Einkommen aus der Erstellung von Computerprogrammen deutlich ersichtlich ist. Die Akte die diese Unterlagen beinhaltet werden beim Sitz des Arbeitgebers aufbewahrt.  Wenn der Arbeitgeber sich entscheidet diese Unterlagen in einer elektronischen Datei aufzubewahren, dann müssen sie mit einer erweiterten elektronischen Unterschrift versehen werden....